the first steps

Das Procreate ABO

Da ist es jetzt also, das erste Procreate-ABO. Dieses ABO ist allerdings mehr ein Lehrgang. Wir fangen wirklich am Punkt Null an. So können die Lektionen aufeinander aufbauen und man kann gut in die Materie hineinwachsen. Alle die schon weiter sind, sehen sich vielleicht erst einmal etwas zurückgeworfen, aber man könnte es auch so sehen: Sind Dir die Funktionen längst bekannt, also alles andere als neu, dann beschränke Dich trotzdem auf nur diese Funktionen und lege einfach sehr viel mehr Wert auf die künstlerische Qualität. An der kann man immer arbeiten. Gleichermaßen möchte ich die Möglichkeit – nur im Procreate Kurs – für Kurztelefonate geben, wenn technische Probleme auftauchen sollten, aus denen Du nicht mehr herauskommst, nur bei solchen. Denn gerade in so einem Programm steht man schon mal vor Problemen, bei denen sich ein riesengroßes Fragezeichen auf der Stirn bildet und man einfach nicht weiterkommt. Zuerst aber immer probieren!!!! Und dann per whatsapp nach einem Zeitpunkt fragen – 01732523365!

Grundsätzlich wird jede Episode so aufgebaut sein, dass einige Funktionen neu erklärt werden, ggf. auch wiederholt werden, und dazu gibt es im Anschluss immer eine praktische Übung. Derzeit überlege ich auch eine rein online funktionierende iPad Künstlergruppe ins Leben zu rufen ….

Voraussetzung für das ABO ist, Du brauchst ein iPad, die APP „Procreate“ solltest Du schon erworben und heruntergeladen haben und vielleicht auch schon mal kurz in das Programm hereingeschnuppert haben.

Aber fangen wir doch mal mit den ersten Funktionen an!

Grundsätzliche Funktionen

  1. Galerie + Papier aktivieren

Wenn Du procreate öffnest, bist Du in der Regel zuerst in einer Galerie von mitgelieferten Bildern (auch schon welche von Dir?). Klickst Du mit Deinem Stift einmal kurz auf eines dieser Bilder, erscheint es groß und Du bist für dieses Bild im Bearbeitungsmodus.

Klickst Du anschließend oben links einmal kurz auf das Wort „Galerie“, bist Du wieder in der Galerie. Du wirst öfters hin und herswitchen, aber diese Funktion wird ganz schnell in Fleisch und Blut übergehen.

Um anzufangen, benötigen wir zuallererst ein leeres Blatt. Wir bleiben erstmal bei dem Format DinA4.

Wenn Du Dich im Galeriemodus befindest, siehst Du oben recht ein +. Wenn Du da einmal kurz draufklickst, erscheint eine Liste mit vorgegebenen Formaten. Später kannst Du Dir Deine ganz eigenen Formate schon einrichten. Jetzt bleiben wir aber erst einmal bei DinA4 – Also, kurz auf das + oben rechts in der Galerie klicken, dann einmal kurz auf DinA4 und schon hast Du ein leeres Blatt im gewählten Format.

  1. Der Bleistift und die MinenDicke regulieren

Wir werden heute erst einmal nur mit dem Bleistift arbeiten. Oben rechts findest Du 5 Symbole. Das linke dieser 5 Symbole ist ein Pinsel. Klickst Du da drauf, erscheinst eine Pinselsammlung. Jetzt klickst Du entweder auf „Skizze“ oder „Zeichnen“ (je nach Aktualität Deiner Procreate-Fassung) und auf den 6B-Bleistift. Das soll in dieser Übung das zeichnerische Material, mit dem wir arbeiten werden.

Hier ein wichtiger Hinweis: Wenn der 6B-Bleistift in Deiner Pinselsammlung blau unterlegt ist, ist er aktiv und Du klickst einfach auf Dein Papier und fängst an zu arbeiten. Wenn Du in diesem Zustand (blau unterlegt) noch einmal auf den Bleistift klickst, öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem Du den Bleistift en Detail voreinstellen kannst. Das ist zu diesem Zeitpunkt viel zu kompliziert und wenn man hier einfach herumspielt, verstellt man viel und kommt plötzlich aus dieser Nummer nicht mehr heraus. DESHALB GILT: Wenn Du durch Zufall auf dieses Feld kommst, klickst Du je nach Deiner Procreate-Fassung oben rechts auf fertig oder oben links auf den Zurückpfeil.

Jetzt solltest Du, egal welche Farbe Du zu diesem Zeitpunkt aktiviert hast, mit diesem Stift einfach viele Linien auf Deinem Papier machen. Und hierbei denke an folgendes Phänomen: Der Apple Pen ist in der Lage 1.600 unterschiedliche Druckpunkte der Hand nachzuempfinden. Wenn Du nun also Linien zeichnest, drücke sehr unterschiedlich auf, von zart bist ganz fest, halte den Bleistift auch mal schräg und wundere Dich, welche Spuren er dann hinterlässt? Ist das nicht magisch?

Falls sich diese Effekte noch nicht so ganz einstellen kann es an zwei verschiedenen Dingen liegen:

  1. Du drückst nicht genug!

  2. Der Bleistift ist zu dünn voreingestellt. Und damit kommen wir zur nächsten Funktion: Auf der linken Seite siehst Du ein kleines leeres abgerundetes Quadrat. Darüber befindet sich ein Schiebregler. Du kannst den hellen Block mit Deinem Stift nach oben und nach unten schieben. Ist das Feld unten, bleibt der Bleistift extrem dünn und umso weiter Du ihn nach oben schiebst, umso dicker wird der Bleistift. Sinnvollerweise lässt Du ihn im Moment erstmal sehr weit oben, damit Du die unterschiedlichen Druckstärken in aller Ruhe ausprobieren kannst.

Aber ACHTUNG: Unter dem kleinen leeren abgerundeten Quadrat links befindet sich ein weiterer Schiebregler. Auf den kommen wir in einer andere Episode zu sprechen, aber achte darauf, dass der derzeit immer ganz oben ist!!!!

  1. Die Farbauswahl

Kommen wir zu einer weiteren essentiellen Funktion: Die Farbauswahl. Zu diesem Zweck, klicke einmal kurz ganz oben rechts auf den farbigen Kreis und achte dann direkt darauf, dass in dem sich öffnenden Fenster unten links der Ring blau aktiviert ist. Falls nicht, klicke bitte einmal kurz auf das Symbol „Ring“. Hier bestimmen wir derzeit erst einmal unsere Farbigkeit. Falls Du also auf ein anderes Farbbestimmungsfeld kommst, einfach wieder auf diesen Ring klicken.

Wie funktioniert jetzt aber die Farbauswahl? Auf dem äußeren Farbring bestimmst Du eine Grundfarbe, mit der Du arbeiten möchtest. Du kannst einfach mit dem Stift auf die entsprechende Farbe klicken, oder Du setzt den Stift irgendwo in diesem Farbring auf und ziehst ihn einmal über die Farben und Du bleibst da stehen, wo es Dir gefällt.

Nun hast Du aber immer noch keine tatsächliche Farbe ausgewählt, denn je nachdem auf welche Außenfarbe Du klickst, verändert sich jeweils die Farbigkeit des Innenkreises. In diesem Kreis bieten sich alle möglichen Nuancen der im Farbring bestimmten Farbe, von Hell nach Dunkel, von Intensiv zu Grau. Und in diesem Kreis klickst Du nun auf exakt den Ton, den Du haben möchtest. Auch hier kannst Du den Stift auch einfach durch den Kreis ziehen und der ganz kleine Kreis oben rechts zeigt dann immer exakt die Farbe, auf der Du Dich gerade befindest und die Du für Deinen nächsten Zeichenschritt aktiviert hast.

Mach noch einmal ein paar Linientests auf Deinem aktivierten Papier und wechsle immer wieder zu verschiedenen Farben, um diese Funktion zu üben. Die wirst Du in der Zukunft sehr oft anwenden. Deshalb ist es gut, sie von Beginn an richtig zu verstehen.

  1. Zoomen

Eine extrem wichtige Funktion beim Arbeiten mit dem iPad ist eine, die man beim Arbeiten auf Papier nicht benötigt bzw. gar nicht wirklich anwenden kann, maximal mit einer Lupe, nämlich das Zoomen. Selbst wenn Du eines der großen iPads hast, bleibt die Zeichenfläche eher klein, aber wir wollen natürlich auch manchmal ins Detail gehen. Wenn Du die Spitzen des Daumens und des Zeigefingers gleichzeitig auf das iPad legst und die beiden jetzt aufeinander zubewegst, wird das Papier kleiner. Wenn Du sie voneinander wegbewegst, wird das Papier größer. So kannst Du einen kleinen Teil des Blattes ganz stark heranzoomen, um im kleinsten Detail zu arbeiten. Wer diese Fingerbewegungen so noch nicht gemacht hat, muss womöglich etwas üben, aber diese Funktion ist extrem wichtig. Leider ist diese Funktion so wenig in unseren Zeichenköpfen verankert, dass wir sie schlichtweg vergessen anzuwenden. Deswegen verwendet diese Funktion zu Beginn ruhig übertrieben oft.

Übrigens mit diesen beiden Fingern könnt Ihr Euer Blatt auch hin und her schieben und drehen, als hättet Ihr ein echtes Blatt auf einem Holzbrett. – Ich bin immer wieder erstaunt, ob dieser Möglichkeiten.

  1. Eine letzte Funktion für heute ist die „Rückgängig“-Taste. Wir kommen wieder zu unseren Schiebreglern auf der linken Seite. Jetzt mach einfach mal 5 Striche auf Deinem Übungsbogen. Du siehst auf der linken Seite unter dem unteren Schiebregler einen gebogenen Pfeil nach links. Klickst Du darauf, wird der letzte Deiner Striche gelöscht, klickst Du nochmal darauf, dann wird der vorletzte Strich gelöscht. Hier kannst Du Deine Arbeitsschritte Stück für Stück rückgängig machen!!!

Aber Achtung! Sobald Du einen Schritt rückgängig gemacht hast, erscheint unter dem besagten Pfeil ein zweiter Pfeil in die andere Richtung. Hier kannst Du die gelöschten Schritte chronologisch wieder sichtbar machen. Hast Du also eine Sache zuviel gelöscht, klickst Du auf diesen zweiten unteren Pfeil nach rechts und das von Dir Gelöschte ist wieder da! Diese Funktion funktioniert allerdings immer nur in der chronologischen Reihenfolge deiner getätigten Schritte.

Das Thema

Thematisch soll es zu Beginn nicht zu anspruchsvoll werden, denn die puren Anfänger haben auch erstmal genug mit der Technik zu tun. Und die schon Fortgeschrittenen können aus einem erstmal simples Thema schnell ein anspruchsvolles machen!!!!!

Natürlich werden wir unsere ersten Objekte dem klassischen Stillleben entlehnen. Das hat ganz einfach damit zu tun, dass man die Proportionen auch mal gut vernachlässigen kann, und trotzdem können wunderbare Figuren und Zeichnungen entstehen – manchmal auch gerade deshalb!

Also sucht Euch ein Objekt aus. Es eignet sich

  • eine zerschnittene Paprika, wir bräuchten dann das Stück, an dem noch der „Henkel“ und die Innereien sind.

  • eine Mandarine, halb entpellt und ggf. schon mit herausgelösten Einzelstücken.

  • eine halbverwelkte Blüte.

  • eine eindrucksvolle Knoblauchzehe

  • oder was immer Du für ein zeichenwertes Objekt aus diesem Themenbereich hälst. Wichtig ist, dass das Objekt nicht einfach eine Paprika ist, sondern z.B. durch das Zerschneiden eine besondere und nicht zu gewöhnliche Form bekommt.

Und jetzt bist Du dran, gehe auf die Suche und los geht’s. Die Procreate Beginner befassen sich nur mit einem Objekt, welches aber bis zu den Bildgrenzen gehen sollte. Die Procreate Fortgeschrittenen können auch mit mehreren Objekten arbeiten.

Die Arbeitsschritte

Schritt 1 Zeichnen mit einem Farbstift

Zuerst einmal brauchen wir eine neue DinA4 Seite. Mach sie zuerst mit Daumen und Zeigefinger (siehe oben) etwas kleiner, damit Du sie komplett siehst.

Wähle eine helle Farbe und mache eine erste Skizze (Nur Linien!) mit dem inzwischen wohlbekannten 6B-Bleistift. Versuche hier und da den Rand zu berühren oder darüber hinaus zu zeichnen und versuche wie in einer klassischen Bleistiftzeichnung eine gute Spanne an Linienvariationen zu erzielen, von ganz zart bis massiv, von kontrolliert bis schnell. Auch hier bringt das einen guten Teil zeichnerischer Spannung.

Schritt 2 Zeichnen mit einem zweiten Farbstift (Zoomen + Rückgängig)

Wähle eine neue Farbe, die Deines Erachtens mit der ersten harmoniert, bleibe bei einer linearen Zeichnung, zeichne einige Dinge neu, zeichne nicht genau auf einer schon bestehenden Linie, sonst wird sie zu plump, versetze sie eher ein wenig und zeichne daneben.

Suche Dir ein paar Stellen aus, die Du mit Daumen und Zeigefinger heranzoomst und führe Deine lineare Skizze hier im Detail aus, werde sehr exakt!

Schritt 3 Eine erste Schraffur – alles mit dem 6B Bleistift

Arbeite wieder mit der Farbe aus Schritt 1, wähle im Innenkreis Deines Farbkreises aber eine wesentlich hellere Nuance heraus und nun schraffiere einen Teil Deines Objektes (maximal 30%), tendenziell mit parallelen Linien, keine Kreuzschraffur! Die parallelen Linien dürfen natürlich auch immer wieder ausbrechen, und wenn Du an irgendeiner Stelle eine exakte Begrenzung der Schraffur benötigst, um Deine Realität mehr zu definieren, dann mach das einfach.

Schritt 4 Eine zweite Schraffur (6B)

Wähle eine neue Farbe in Deinem Farbkreis aus. Sie kann heller sein, als die bislang verwendeten, aber nur minimal dunkler, arbeite wie in Schritt 3 mit Schraffur. Ergänze die bereits vorhandenen Schraffuren und zoome einzelne Bereich wieder ganz nah heran, um auch im Detail zu arbeiten. Vergiss nicht, dass Du am oberen Schiebregler links die Strichstärke des Bleistiftes verändern kannst. Werde teilweise sehr exakt.

Schritt 5 Dunkle Farbe zum Überzeichnen

Nun suche Dir sehr dunkle Farbe aus (kein Schwarz) und skizziere noch einmal einige Bereiche mit guten Linien nach.

Schritt 6 Schwerpunkt ausarbeiten über das Zoom

Nun bestimme einen Bereich Deiner Zeichnung als Schwerpunkt, zoome ihn heran (vergrößere ihn) und arbeite ihn aus. Es liegt an Dir, ob und wieviele neue Farben Du zu diesem Zweck heranziehst. – Fertig!

Die Reflektionsfragen

Heute beim ersten Mal gibt es nur ein paar kleine Fragen und Hinweise.

  1. Wie oft musstest Du etwas rückgängig machen? Ist Dir diese Möglichkeit zwischendurch überhaupt eingefallen? Alle Funktionen, die in einer Episode angesprochen werden, solltest Du so oft wie möglich anwenden. Nur so können sie auch gedanklich zu Deinem festen Repertoire gehören.

  2. Hast Du oft gezoomt und links die Strichstärke verändert? Auch diese Funktionen sollten sich einbrennen

  3. Wenn Du Zeit und Muße hast, wiederhole die Übung einige Male, immer mit neuen oder auch mal mit mehreren Objekten und immer mit neuen Farbzusammenstellungen. Wir sind gerade am Anfang, es kommen noch so viele Möglichkeiten, bleibe neugierig und freue Dich auf die nächste Übung!