Creating a Concept

The theme and the procedure

Du siehst, es wird zwar immer komplexer, aber ist es nicht unglaublich, wieviele Möglichkeiten dieses Gerät bzw. Programm tatsächlich bietet ….

Wenn man diese Möglichkeiten dann noch mit den eigenen künstlerischen Fähigkeiten koppelt, entsteht ein unendliches Universum.

Wir können mit diesem Programm Kunst machen, wir können uns mit diesem Programm aber auch auf unsere Kunst vorbereiten, indem wir z.B. den Entwurf für das nächste Gemälde hier auf diesem Gerät gestalten, die Ausführung dann aber nachfolgend auf der Leinwand vollziehen.

Darum wird es u.a. in dieser Lektion gehen. Wir werden Fotos von mehreren, auch komplexen Gegenständen machen. 5 dieser Gegenstände holen wir uns in unser Programm und arrangieren sie zueinander, wir verändern die Größen, schaffen womöglich absurde Zusammenhänge. Anschließend werden wir noch Zwischenschichten aufbauen.

Wenn ich gerade an die Maler unter Euch denke, wie oft suchen wir Fotos, die sich zur Umsetzung eignen? Plötzlich können wir uns die Fotos einfach komplett selbst zusammenstellen. Diese fotografischen Entwürfe können natürlich absolut realistisch sein, genauso gut können sie ins Absurde und Groteske gehen, wir können komplett neue Zusammenhänge schaffen und so zu einer inhaltlichen Aussage kommen, wir können Inhalte im Vorfeld dezidiert definieren …..

The exercise

Die heutige Übung hat sehr viele Schritte. Das liegt unter anderem daran, dass prozessbedingt Schritte immer wieder wiederholt werden müssen. Mit der Zeit brauchen wir auch immer mehr Ebenen, weil wir das Prinzip immer mehr durchschauen und es genießen, diese Funktionen sinnbringend einzusetzen.

Allerdings gibt es Beschränkungen in der Anzahl der Ebenen. Meines Wissens hat das etwas mit dem Arbeitsspeicher des Gerätes zu tun. Wenn wir erst zu dem Punkt kommen, können wir mehrere Ebenen auch zu einer zusammenziehen. Dazu kommen wir aber erst in einer der weiteren Lektionen. Fangen wir doch einfach mit der heutigen an und starten einen genussreichen künstlerischen Prozess ….

1 Das neue Blatt

Aktiviere zuerst eine neue Seite. Das Format ist heute egal, Du kannst gerne auch mal ein anderes Format ausprobieren.

2 Das Foto

Du sollst insgesamt 5 fotografierte Gegenstände auf Deinem Blatt kombinieren. Das können große wie kleine Dinge sein. So könntest Du eine Micky-Maus-Figur auch mit einer Birke kombinieren. Hier soll es ganz bewusst keine Grenzen geben.

Versuche Dir diese 5 Gegenstände im Vorfeld gedanklich zusammenzustellen. Wenn Du im Laufe des Arbeitsprozesses feststellst, dass der eine oder andere Gegenstand nicht so funktioniert, wie gedacht, tauschst Du ihn zwischendurch aus.

Fotografiere den ersten Gegenstand, bearbeite das Foto in dem iPad-eigenen Fotoprogramm. (Lektion 7)

3 Das Importieren des Fotos

Gehe zurück zu Procreate auf Deine neue Seite und importiere dieses Foto (Lektion 7)

4 Das Ausschneiden

Schneide Deinen Gegenstand aus. (Lektion 8)

5 Das Ausblenden der Ebene

Aktiviere Deine Ebenenliste und deaktiviere die Ebene mit diesem Gegenstand, indem Du das Häkchen aus dem Kästchen nimmst, rechts neben der Ebenenbezeichnung. (Lektion 4)

6 Eine neue Ebene

Bleibe in der Ebeneliste und richte direkt eine neue Ebene ein.

7 Die Wiederholung von 2-6

Wiederhole die Schritt 2-6 mit dem zweiten Foto.

8 Die Wiederholung von 2-6

Wiederhole die Schritt 2-6 mit dem dritten Foto.

9 Die Wiederholung von 2-6

Wiederhole die Schritt 2-6 mit dem vierten Foto.

10 Die Wiederholung von 2-6

Wiederhole die Schritt 2-6 mit dem fünften Foto.

11 Alle Ebenen einblenden

Nachdem sich nun alle 5 Gegenstände ausgeschnittenerweise jeweils auf einer eigenen Ebene befinden, aktiviere wieder Deine Ebenenliste und aktiviere alle 5 Ebenen mit den 5 Gegenständen, indem Du in die seitlichen Kästchen das Häkchen durch das Anklicken des jeweiligen Kästchens wieder aktivierst. Alle 5 Gegenstände erscheinen übereinandergelagert auf Deinem Blatt.

12 Das Arrangement der Figuren

Dieser Schritt ist der Wichtigste, wenn es darum geht, deinem Entwurf oder Deiner Graphik ein hohes Maß an Qualität zu verleihen. Deine 5 Gegenstände sollen zueinander arrangiert und in ihrer Größe bestimmt werden. Dazu hier nochmal ein paar technische Hinweise.

  1. Möchtest Du einen der Gegenstände bearbeiten, öffne zuerst die Ebenenliste und achte darauf, dass die Ebene mit dem betreffenden Gegenstand auch wirklich aktiviert ist (blau unterlegt).

  2. Ist die entsprechende Ebene aktiviert, klicke auf das „Markieren“-Symbol. Der Gegenstand bekommt die üblichen Kästchen an den Ecken und den Seiten und nun kannst Du mit diesem Gegenstand arbeiten.

– Mit Daumen und Zeigefinger vergrößern und verkleinern.

– Mit dem Stift kannst Du den Gegenstand über das Blatt ziehen und positionieren.

– An dem grünen Strich mit dem kleinen grünen Punkt kannst Du den Gegenstand kippen und drehen.

– Unten im Menu hast Du noch die Möglichkeit zu spiegeln und auch zu verzerren und zu verformen. Die letzten beiden Aspekte würde ich Dich bitten, wenn überhaupt, nur sehr dezent einzusetzen.

3. Hole Dir eine Sache nochmal zurück ins Gedächtnis, die wir schon mal hatten. Wenn Du den Gegenstand über den Rand ziehst, ihn angeschnitten stehen lässt und erst etwas anderes machst, bleibt der Gegenstand an- bzw. abgeschnitten. Das ist nicht reversibel!

So und nun viel Spaß beim Arrangieren der Figuren. Lass Dir Zeit, vielleicht kommen Dir ja

wunderbare spezifische Ideen während des Arbeitens. Hier entsteht die eigentliche

Qualität Deiner dieswöchigen Arbeit.

13 Das Duplikat in der Galerie

Wenn Du fertig bist, gehe in den Galeriemodus (oben links). Dort streiche von rechts nach links über Deine Arbeit und dupliziere sie. Wenn Du jetzt am Duplikat weiterarbeitest, bleibt Dir ein Entwurf als Sicherheitskopie erhalten. (Lektion 5)

14 Die Hintergrundfarbe im Duplikat

Öffne das Duplikat und wähle eine Hintergrundfarbe aus. (Lektion2) Nimm nicht die erstbeste Farbe, sondern probiere viel aus und wähle mit Bedacht.

15 Die leichte graue Lasur

Aktiviere eine neue Ebene, arbeite mit einem sehr breiten Flachpinsel und einer sehr dunklen Farbe (z.B. ein extrem dunkles Violett oder sogar Schwarz). Die Farbe sollte in Ihrer Deckkraft links leicht heruntergesetzt werden. Nun bearbeite ca. 30-40% des Blattes, maßlos über die Fotos hinweg.

16 Das Verschieben der Ebene

Aktiviere Deine Ebenenliste und verschiebe diese letzte Ebene sehr weit nach unten zwischen dem letzten und vorletzten Foto. (Lektion 4)

Bleibe auf der Ebenenliste und klicke auf das große „N“ (Lektion 5). Nun öffnet sich unter der Ebene ein neues Menu mit Möglichkeiten. Ganz oben kannst Du die Deckkraft dieser Ebene verändern, sie quasi noch transparenter machen. Versuche die Transparenz der Lasur so abzustimmen, dass die Lasur und das Foto darunter eine gute Verbindung eingehen.

17 Die Wiederholung von 15

Wiederhole Schritt 15.

18 Das Verschieben der Ebene

Schiebe diese Ebene nun zwischen dem vorletzten Foto und dem darüber und definiere auch hier über das große „N“ die Transparenz Deiner Lasur.

19 Die Wiederholung von 15

Wiederhole noch einmal Schritt 15.

20 Das Verschieben der Ebene

Verschiebe diese Ebene zwischen dem mittleren Foto und dem zweiten von oben, justiere auch hier die Transparenz nach.

21 Die Wiederholung von 15

Wiederhole noch einmal Schritt 15.

22 Das Verschieben der Ebene

Verschiebe diese Ebene zwischen dem ersten und zweiten Foto von oben.

23 Die Steuerung der Transparenz

Nun hast Du in Deiner Galerie zum einen den Ursprungsentwurf und hier eine Schichtung von Foto und Lasur und Foto und Lasur und …. – Also eine künstlerische Weiterentwicklung Deines Entwurfes.

Im letzten Schritt würde ich Dich bitte, die Ebenen mit den Lasuren in ihrer Transparenz noch einmal über das große „N“ nachzujustieren, damit die komplette Arbeit im Zusammenklang der Ebenen gut funktioniert.

The Reflection

Und wieder hast Du eine Lektion geschafft. Schauen wir uns das Ergebnis rückwirkend noch einmal an.

  1. Was ist Deine Erkenntnis, wenn Du Dir noch einmal die Auswahl Deiner Gegenstände anschaust. Hat die Auswahl auch im Nachhinein für Dich gut funktioniert? Oder hättest Du Gegenstände doch lieber nochmal ausgetauscht? Und wenn ja warum? Welches Potential liegt eigentlich in der Auswahl der Gegenstände? Siehst Du das eher ästhetisch oder inhaltlich?

  2. Wie findest Du das Arrangement der Gegenstände, zu dem Du Dich entschlossen hast? Warum hast Du Dich so entschlossen? Kommen Dir im Rückblich noch weitere, womöglich bessere Ideen?

  3. Was bewirken die Lasuren zwischen den Fotos? Kennst Du dieses Prinzip auch von den klassischen Arbeitsweisen? Wie könnte man dieses Prinzip noch weiter ausbauen???

Genieße Deinen Erfolg und habe eine sonnige und gesunde Woche – Stephan