LeuteSalat

Auf der psychedelischen Bühne

In der heutigen Übung geht es insbesondere darum, die Aspekte der letzten Woche anzuwenden. Ich habe die Zauberstabfunktionen in eine Übung verpackt.

Die Idee dahinter ist, eine Situation mit 7 Akteuren aufzubauen, pro Akteur eine eigene Ebene, die jeweils auch eigenwillig bearbeitet werden soll. Das Ganze soll vor einem psychedelischen Hintergrund stattfinden. Mal schauen, ob es klappt! Und jetzt frisch ans Werke!

Die Übung

Wenn Du Zeit hast, gestalte nicht nur eine Arbeit, sondern versuche mit mehreren Variationen zu arbeiten.

1 Die 7 Akteure

Zuerst einmal brauchst Du 7 Akteure in Form von Fotos, am besten ganze Menschen. Das Umfeld spielt keine Rolle. Nimm eigene Fotos oder such Dir was im Internet, in Büchern etc. Es sollten aber 7 Personen sein, die Du unbedingt zusammenbringen möchtest, in einer Szene. Darüber hinaus bist Du in Deiner Auswahl völlig frei.

2 Die Bearbeitung derselben

Wenn Du deine Vorlagen mit Deinem iPad oder Handy fotografierst, kannst Du sie im Fotoprogramm des Handies oder iPads direkt etwas bearbeiten. Überlege Dir, wieviel Kontrast Du haben möchtest, eine andere Sättigung oder eher Schwarz/Weiß usw. Bearbeite sie nach Deinem Gefühl.

3 Das neue Blatt

Öffne in Procreate eine neue Seite in einer Größe und einem Format Deiner Wahl.

4 Der Import der Akteure

Nun müsstest Du Deine sieben Akteure importieren. Wenn Du nicht mehr weißt, wie Du die Fotos aus Deinem Fotoprogramm auf Deine Procreateseite bekommst, nimm Dir nochmal die Lektionen 7-9 vor!

Achte darauf, dass jedes Foto auf einer separaten Ebene ist, damit Du sie später auch einzeln bearbeiten kannst.

5 Leute ausschneiden

In Schritt 5 geht es darum, die Personen freizustellen bzw. auszuschneiden. Zu diesem Zweck kannst Du alle Deine Ebenen deaktivieren (siehe Lektion 4) und immer nur die Ebene aktiviert halten, mit der Du gerade arbeitest.

Wenn Du eine Person ausschneidest bzw. das Umfeld wegschneidest, achte darauf, dass Du sie möglichst immer wieder hochzoomst, um sehr detailreich arbeiten zu können. Dieses detailreiche Ausschneiden dauert zwar etwas, aber es bringt am Ende eine ganz andere Qualität. Auch während des Ausschneidens kannst Du den Stift immer wieder absetzen und das Motiv mit Daumen und Zeigefinger hoch- und runterzoomen.

Hast Du eine Figur erfolgreich ausgeschnitten, deaktivierst Du die Ebene und aktivierst die nächste.

Auch hier möchte ich nochmal auf einen Sachverhalt hinweisen, den ich nicht müde werde zu erläutern. Die Ebene mit der Figur, die Du ausschneiden möchtest, muss in Deiner Ebenenliste immer blau hinterlegt sein, ansonsten wird es nicht funktionieren!!!!!

6 Leute ordnen

Nun ordne die Personen an. Es sollte eine aufregende Bildidee entstehen. Du kannst die Personen in Größe und Platzierung verändern, Du kannst sie drehen und spiegeln und wenn Du magst auch einmal oder mehrfach duplizieren. (Lektion 5).

Auch dieser Schritt darf dauern, denn hier entsteht die Kernqualität Deiner künstlerischen Arbeit.

Du kannst auch in diesem Schritt die Arbeit im Galeriemodus mehrfach duplizieren, um auch hier schon mehrere Entwürfe auszuprobieren. Manchmal sieht man erst im Vergleich, wo die angestrebte Qualität liegen könnte.

7 1 Mensch = 1 Zauberstab

Letzte Woche haben wir die wunderbaren Funktionen des Zauberstabs kennengelernt. Deine Aufgabe jetzt ist, jeden Deiner sieben Akteure, jede Deiner sieben Ebenen mit einer anderen Zauberstabfunktion zu bearbeiten. In der Wahl bist Du völlig frei. Zwar geht es erstmal um eine rein formale Anwendung, aber vielleicht triffst Du einige Entscheidungen auch bereits zugunsten Deiner Aussage, die Du treffen möchtest.

8 Leute ordnen 2

Da Du die Ebenen und damit auch deine Akteure noch einmal maßgeblich verändert hast, gilt es jetzt, die Anordnung, die vorher bereits „stand“ noch einmal zu überprüfen. Ggf. müsstest Du an den Größen und Platzierungen Deiner Hauptdarsteller noch einmal etwas feilen. Nimm Dir Zeit.

9 3 neue Ebenen

Nun kommen wir zu unseren psychedelischen Hintergründen. Du benötigst drei neue Ebenen, die alle zwischen Deinen Figuren und der HIntergrundebene liegen sollten.

10 Pro Ebene zwei Farben

Arbeite pro neuer Ebene mit zwei Farben Deiner Wahl. Achte darauf, dass die Farbigkeit der drei Ebenen zueinander einen Farbakkord ergibt, den Du ganz bewusst haben möchtest. Einfach nur bunt, reicht nicht aus!

Arbeite pro Ebene mit einem Tool Deiner Wahl aus der Pinselsammlung, alles ist erlaubt. Bearbeite jedes Blatt zu 40-60%.

Da die Ebenen übereinanderliegen und Du mit deckenden Farben arbeitest, solltest Du wie vorher bei Deinen sieben Hauptakteuren zu Beginn immer nur die Ebene „einschalten“ die Du gerade beackerst.

11 The Variation of „Verflüssigen“

Bevor Du wieder alle Ebenen zusammenschaltest, bearbeite die drei neuen Ebenen mit der „Verflüssigen“-Funktion weiter. Versuche nicht einfach auf „Verflüssigen“ zu „drücken“, sondern versuche mit dieser Funktion sehr bewusst und gestalterisch umzugehen.

12 „Transparentisieren“

Nun aktiviere alle drei Ebenen und mach jede Ebene transparent, entweder mit der Funktion „Deckkraft“ im Zauberstabmenu oder mit der entsprechenden Funktion in der Liste, die erscheint, wenn Du auf das große „N“ in der jeweiligen Ebene in der Ebenenliste klickst.

Wie transparent jede Ebene sein sollte, hängt von dem Zusammenspiel der drei Ebenen ab, welches Dir am besten „gefällt“. Probiere herum, bis dass Du ein Ergebnis hast, was Dir wirklich zusagt.

13 Background

Probiere aus, inwieweit jetzt noch eine Hintergrundfarbe Sinn machen könnte und falls ja, welche?

14 Nachsortieren

Aktiviere alle Ebene und justiere noch ein wenig nach:

  • Platzierung und Größe der Figuren

  • Stärke der Transparenz

  • Umsortierung der Ebenen usw.

Die Reflektion

Wie geläufig sind Dir bislang eigentlich alle Funktionen? Hast Du das Gefühl, Du wendest Sie wirklich an? Oder arbeitest Du eher mit Deinen persönlichen Standardfunktionen?

  1. Wenn man sich die Zauberstab-Funktionen anschaut, so wirken sie erstmal eher wie Effekte, die alles irgendwie schönmachen können? Jeder kann sie anwenden und es wird nett. Wenn Du jetzt mit Deinem kritischen Künstlerauge auf diese Funktionen schaust, wann funktionieren sie auf künstlerischer Ebene? Wann machen Sie in der Kunst Sinn?

  2. In der heutigen Übung entsteht schnell etwas Überbordendes, Buntes, maximal Volles. Was müsstest Du tun, um diesen Eindruck zu mindern? Welche Stellschrauben hast Du, ohne alle Ebenen zu deaktivieren?

  3. Das Schwierigste bei so einem Programm wie Procreate ist, sich final für einen Entwurf zu entscheiden, ohne zig Alternativen auch noch stehen zu lassen. Ist Dein Bild die finale Entscheidung? Oder falls Du Variationen gestaltet hast, welches Bild wäre die finale Entscheidung und warum?

Habe eine inspirierende und kunstvolle Woche – Bis zur kommenden Aufgabe – herzlichst – Stephan