Stapeln und der Zauberstab

Heute

Am heutigen Tag wird es fast ausschließlich darum gehen, einige Funktionen zu erläutern, die das Programm bietet bzw. die wir aus verschiedenen Gründen benötigen. Diese Funktionen lassen sich schlecht alle an eine Übung koppeln, aber die Funktionen, die wir nicht aus rein organisatorischen Gründen benötigen, werden dann ab der kommenden Woche in die Übungen miteinfließen.

Also lasst uns schauen, was die heutige Lektion alles beinhaltet.

Stapeln und Entstapeln

Fotos und Stapel benennen und Fotos verschieben

Was Du sicherlich bereits festgestellt hast, ist, dass man innerhalb kürzester Zeit unendlich viele Arbeiten in seiner Procreate-Galerie aufgelistet hat.

Generell sollte man einmal pro Monat die Galerie kurz durchsehen und alle Arbeiten, die aus welchen Gründen auch immer keine Relevanz mehr haben, einfach löschen. Wir benötigen keine Unmengen an Daten, die so ein Gerät auch schnell zumüllen.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Werke, die in einer von Dir zugrunde gelegten Form zusammengehören, einfach zu stapeln, also übereinanderzulegen, als Gruppe zusammenzufassen.

Das funktioniert folgendermaßen:

  • Du gehst in Deine Galerie

  • Du klickst oben rechts auf das Wort auswählen

  • Dann klickst Du auf alle Bilder, die Du als Stapel zusammenfassen möchtest und klickst oben rechts auf das Wort „Stapel“

Alternative:

  • Wenn Du ein Foto zu einem Stapel ergänzen möchtest, kannst du dieses Foto mit dem Finger oder mit dem Stift einfach auf diesen Stapel ziehen und schon gehört es zum Stapel dazu.

  • Auf diese Art und Weise kannst Du natürlich auch neue Stapel erstellen.

Fotos verschieben

  • So wie Du Fotos auf einen Stapel ziehen kannst, so kannst Du Fotos in Deiner Galerie auch einfach hin- und herschieben und immer wieder neu ordnen.

  • Ziehst Du ein Foto mit dem Stift oder dem Finger zu einer anderen Stelle in der Galerie, dann bleibt es genau dort. Auch auf diese Weise kannst Du eine gewisse Ordnung halten.

Fotos oder Stapel benennen

  • Du kannst Fotos und Stapel mit Namen versehen. Bei Stapel mach es viel Sinn, weil man nicht unbedingt sieht, welche Fotos sich jeweils in einem Stapel verbergen. Die Benennung der einzelnen Fotos ist der persönlichen Ordnungsfreude unterworfen.

  • Möchtest Du einem Foto einen Namen geben, so klickst Du einfach UNTER das Foto und es öffnet sich eine Maske, in der Du den Namen dann eintippen kannst.

  • Möchtest Du einem Stapel einen Namen geben, so funktioniert das ganz genauso. Du klickst unter den Stapel. Dieselbe Maske wie vorher erscheint. Du tippst Deinen Wahl-Namen ein und bestätigst mit der Return-Taste.

Entstapeln

  • Das Entstapeln bzw. einzelne Bilder aus einem Stapel wieder herausnehmen ist dann schon wieder etwas komplizierter und Du brauchst beide Hände.

  • Fangen wir damit an, ein Bild aus einem Stapel herauszunehmen. Du öffnest den Stapel, um den es geht, ziehst das Bild, welches Du herausnehmen möchtest, etwas weg von der Position, wo es sich gerade befindet, Du hälst das Bild dort fest und währenddessen klickst Du mit dem Finger oben links auf das Wort „Stapel“ bzw. auf den Namen des Stapels et voilá! Das Bild ist wieder als Einzelbild in der Galerie sichtbar.

  • Möchtest Du gleich mehrere Bilder aus der Gruppe entfernen, so ziehst Du eines dieser Bilder, die Du herausnehmen möchtest, wieder etwas weg von der normalen Position und klickst mit dem Finger auf die Bilder, die auch mit rausgenommen werden sollen. Hast Du alle Bilder erfasst, klickst Du oben links wieder auf das Wort „Stapel“ oder auf den Namen des Stapels und noch einmal voilá!

Verschicken + weiterleiten

Zur Verwaltung und Organisation der Dateien gehört natürlich auch dazu, dass wir sie auf unseren Rechner transferieren und dort ordnen. Manchmal wollen wir Dateien direkt an jemand anderen schicken und das ist natürlich auch alles recht problemlos machbar. Einige von Euch werden das inzwischen womöglich längst selbst entdeckt haben, aber ich will es dieser Selle noch einmal komplett erläutern.

Grundsätzlich gibt es zwei (mir bekannte) Wege in den „Bereitstellen“-Modus zu gelangen.

  1. Du hast Deine Arbeit gerade fertiggestellt, Du klickst auf den Dir längst vertrauten Schraubenschlüssel oben links, klickst unter „Aktionen“ auf „Bereitstellen“ und schon kannst Du unter „Bild bereitstellen“ verschiedene Formate auswählen

Doch wann verwendest Du welches Dateiformat?

  • JPEG – steht für Joint Photographic Experts Group. Es ist ein gängiges Format für digitale Bilddateien mit einem sehr hohen Qualitätsstandard. Zwar werden JPEG Dateien komprimiert und natürlich geht dabei auch Qualität verloren. Aber die Balance zwischen geringer Dateigröße und Qualität ist in diesem Fall sehr gut und deshalb wird dieses Format gerne verwendet. Ich nutze es bei der Weiterleitung meiner Arbeiten fast immer.

  • TIFF steht für Tagged Image File Format – Gegenüber dem JPEG verliert eine TIFF-Datei beim Komprimieren und Verschicken keine Daten. Eine Tiff-Datei hat immer eine hervorragende Qualität. Das ist in der Regel auch das Dateiformat, welches man für Printmedien verwendet und auch für große Abzüge. Diese Dateien haben umfangreiche Metadaten. Wenn Du Tiff-Dateien verschickst, dauert das deshalb in der Regel sehr lange. Diese Form wähle ich nur bei besonderen Nutzungen.

  • PDF steht für Portable Document Format – Ein PDF Dokument kann aus Texten und Bildern bestehen. Gleichzeitig wird in dem PDF-Dokument das Layout beibehalten, das der Urheber beim Erstellen verwendet hat. Dadurch sieht das PDF auf jedem Computer gleich aus. In der Regel lässt sich ein PDF Dokument daher auch nicht so einfach bearbeiten. Es ist das perfekte Formate, wenn man sicherstellen möchte, dass niemand es – auch aus Versehen – weiterbearbeitet. Deshalb macht es auch bei manchen Druckaufträgen Sinn. Wobei eine Druckerei meistens mitteilt, mit welchem Format sie arbeitet.

  • PNG Dateiformat – Das PNG lässt sich gegenüber dem JPEG absolut verlustfrei komprimieren. Ich selbst habe das Format noch nicht verwendet und habe bislang keine Erfahrungswerte. Ein großer Vorteil hat es wohl, wenn es um Transparenz geht z.B. für Druckaufträge. Während andere Formate Transparenz schnell durch Weiß ersetzen, überträgt ein PNG tatsächlich Transparenz als Information.

  • PSD – Photoshop-Document – Mit PSD habe ich selbst noch nicht gearbeitet, könnte mir aber vorstellen, dass man eine Procreate Arbeit mit PSD z.B. zum eigenen Rechner verschickt, um sie dort mit Photoshop weiter bearbeiten zu können. Die Ebenen bleiben erhalten, während die anderen Formate die Ebenen zu einer Datei vereinheitlichen.

  • Procreate – Wenn Du ein Procreate-Dateiformat wählst, bleiben allen Ebenen in der Datei erhalten, d.h. Du selbst an einem anderen Gerät oder jemand anderes könnte selbst an den einzelnen Ebenen weiterarbeiten, wenn das gewünscht ist. Die meisten anderen Dateiformate fassen die einzelnen Ebenen zu einem Bild, zu einer Datei zusammen.

Probiere gerne die verschiedenen Dateiformate aus. Ich selbst verwende meistens JPEG und komme damit wirklich sehr gut klar trotz der Komprimierung und des damit verbundenen Qualitätsverlustes. Das schnelle Handling mit dem Format schätze ich persönlich sehr.

Der Zauberstab + 1 Foto

Was wir ansonsten heute etwas erkunden wollen, das sind die Funktionen, die sich hinter dem Zauberstab verbergen. Dazu wählst Du ein Foto aus Deinem Bestand, öffnest ein neues Blatt auf Procreate, importierst das Foto, vergrößerst es so groß wie es möglich ist und schneidest die übrigbleibenden Ränder des Papiers über die „Leinwand Beschneiden“-Funktion ab! (siehe Lektion 7)

Diese Procreate-Datei kopierst Du in Deiner Galerie 11x, so dass es insgesamt 12x zur Verfügung steht. So kannst Du jede Funktion unter dem „Zauberstab“ an einem eigenen Foto ausprobieren und dieselben später noch einmal einem direkten Vergleich unterziehen. Öffne also das erste Foto und starte mit der Deckkraft.

Die Deckkraft

Klickst Du auf den „Zauberstab“, das Symbol rechts neben dem Schraubenschlüssel, dann öffnen sich verschiedene Unterpunkte. Wenn wir ganz oben in der Liste anfangen, so ist der erste Punkt die „Deckkraft“.

Klickst Du auf diesen Punkt und schiebst den Stift über Dein Bild langsam von rechts nach links, so wird das Bild heller und transparenter. Ziehst Du den Stift anschließend wieder nach rechts, so wird es wieder deckender und ursprungsfarbiger. Du kannst den Stift zwischendurch immer wieder absetzen und weitermachen.

Ganz oben in dem Bild ist ein waagerechter blauer Balken, der sich entsprechend Deiner Bewegung mit dem Stift verkürzt oder wieder verlängert. Dieser Balken hat die Funktion einer visuellen Skala.

Hast Du später ein Bild mit verschiedenen Ebenen, so lässt sich diese Funktion nur auf der Ebene ausführen, die aktiviert ist. (Blau unterlegt).

Das gilt auch für alle anderen Funktionen unter dem „Zauberstab“.

Die Unschärfen

Die Gauß’sche Unschärfe

Bei den Unschärfen haben wir gleich drei unterschiedliche Arten. Öffne das zweite Foto und probiere die Gauß’sche Unschärfe aus. Die Vorgehensweise, wenn Du draufklickst, ist identisch wie bei der „Deckkraft“. Der einzige Unterschied, das Bild wird nicht transparenter, sondern in Gänze unschärfer. Probiere es aus und ziehen Deinen Stift nach links und nach rechts über Dein Blatt.

Die Bewegungsunschärfe

Bei der „Bewegungsunschärfe“ entsteht eine Unschärfe von rechts nach links bzw. links nach rechts, als würdest Du aus einem fahrenden Zug ein Foto machen.

Die perspektivische Unschärfe

Bei der perspektivischen Unschärfe erscheint zunächst ein Kreis mit einem kleinen Punkt direkt in der Mitte. Diesen Kreis kannst Du mit Deinem Stift plazieren, wohin immer Du möchtest. Wenn Du nun in üblicher Weise die Unschärfe aktivierst, durch Schieben des Stiftes von rechts nach links, so entsteht eine Unschärfe, die sich nach dem von Dir plazierten Kreis ausrichtet, fluchtpunktartig. Du kannst den Kreis zu jedem Zeitpunkt an eine neue Position bringen und sofort richtet sich die Perspektive in der Unschärfe komplett anders aus! Die Rechenleistung, die so ein iPad an dieser Stelle vollbringt, ist schon enorm.

Das Scharfzeichnen

Der nächste Unterpunkt in Deiner Liste unter dem Zauberstab, „das Scharfzeichnen“ funktioniert im Grunde genommen genauso. Der Effekt: Die Schärfe Deines Bildes wird verstärkt. Je nachdem, was Du für eine Vorlage hast, sieht man diesen Effekt mal mehr mal weniger!

Das Rauschen

Beim Rauschen entsteht im Bild eine ganz extreme Körnigkeit, wie es früher in der praedigitalen Fotografie der Fall war, wenn man einen sehr lichtempfindlichen und damit sehr grobkörnigen Film verwendet hat

Verflüssigen

Das „Verflüssigen“ ist auch eine sehr beeindruckende Funktion. Klickst Du auf das Wort, so öffnet sich unten ein neues Menu. Ganz unten hast Du vier Skalen für die Größe, den Druck, die Verzerrung und den Schwung. Probiere diese Schiebregler beim „Verflüssigen“ einfach immer wieder aus und schau, was passiert.

Ansonsten fang mit dem „Schieben“ an und bewege Deinen Stift über das Blatt. Beeindruckend oder? Über „Zurücksetzen“ ganz rechts bringst Du das Bild wieder in seinen Ursprungszustand. Über „Rekonstruieren“ machst Du das zwar auch, aber stückchenweise immer da, wo Du den Stift aufsetzt.

Probiere anschließend die „Wirbel“ aus, das „Kneifen“, das „Erweitern“, die „Kristalle“und die „Kante“. Teilweise reicht es, die Stift deines Stiftes einfach irgendwo verweilen zu lassen, manchmal musst Du ihn bewegen. Probiere auch das in aller Ruhe aus. Du kannst Deine Aktion immer wieder zurücksetzen.

Das Klonen

Das Klonen ist auch ein sehr raffiniertes Tool. Unten hast Du drei Auswahlmöglichkeiten. Ganz links wählst Du Dein Tool. In diesem Fall nimm mal den Rundpinsel, probiere aber bei weiteren Durchgängen auch andere Materialien Deiner Pinselsammlung aus. Die Pinselgröße wähle tendenziell groß und die Stärke auch.

Nun plaziere Deinen Kreis irgendwo im Bild. Dieser Bereich ist der Ausgangspunkt für die Verdopplung eines Bildbereiches. Lasse diesen Kreis, wo er jetzt ist und schraffiere mit Deinem Stift an einer ganz anderen Stelle in Deinem Bild. Der Kreis bewegt sich gemäß Deiner Schraffurbewegung mit. Und da wo Du schraffierst, duplizierst Du genau den Bildbereich, wo sich dieser Kreis bewegt. Probiere es einfach aus und staune!

Farbton – Sättigung – Helligkeit

Klickst Du auf den Unterpunkt „Farbton – Sättigung – Helligkeit“, ergeben sich ganz unten drei neue Schiebregler, einen für den Farbton, einen für die Sättigung und einen dritten für die Helligkeit. Bewege sie einfach hin und her und schaue, was passiert.

Die Farbbalance

Bei der Farbbalance hast Du drei neue Schiebregler, mit denen Du die Farbigkeit regulieren kannst. Auch hier gilt: Ausprobieren!

Die Kurven

Unter dem Punkt „Kurven“ verbirgt sich eine Farbkurve. Du kannst direkt in das Kurvendiagramm gehen und dieselbe verändern. Da man hier zum Teil sehr krass verändert, muss man sich durch viel ausprobieren in die Systematik einarbeiten. Rechts kannst Du nochmal einzelne Farbbereiche anwählen, die Du dann im Kurvendiagramm direkt verändern kannst: „Gamma“, „Rot“, „Grün“ und „Blau“. Probiere es aus!

Neu Färben

Bei „Neufärben“ wird Deine Arbeit farblich neu ausgerichtet und zwar mit der Farbe, die oben rechts im Farbkreis aktiviert ist. Wenn Du Deine Arbeit neu ausgerichtet hast, kannst Du die Farbe oben rechts immer noch wieder ändern. Unten im Menu kannst Du mit dem Schiebregler „Flut“ die Menge der neuen Farbausrichtung bestimmen!

Viele neue Dinge, nächste Woche kommt dazu auch wieder eine Übung, aber jetzt heißt es erstmal, sich zurücklehnen und durchatmen und sich auf die nächste Woche freuen. Ganz herzliche Grüße – Stephan